Populäres Vorurteil: Der regelmäßige Genuß von Alkohol schadet der Gesundheit.

Wie viele Vorurteile zum Thema Ernährung stammt auch dieses aus jüngerer Zeit.
Hippokrates, Mediziner der ersten Stunde, führte Alkohol als Heilmittel ein.
Theophrastus Bombastus von Hohenheim (1493-1541), besser bekannt unter dem Namen
Paracelsus, wußte: «Alle Dinge sind Gift und nichts ohn Gift; allein die Dosis macht,
dass ein Ding ein Gift ist.» Da hatte er wohl recht! Allerdings waren die von ihm
konsumierten Dosen Alkohols wohl beträchtlich - seine Vorlesungen soll er lallend gehalten haben.
Zurück zur Dosis: Ergebnisse einer WHO-Herzinfarktstudie zeigten, dass Männer, die
täglich 20 bis 40 Gramm Alkohol zu sich nahmen, eine erhöhte Lebenserwartung hatten.
Bei einem täglichen Konsum von 80 Gramm sank die Lebenserwartung wieder auf das
Niveau der Abstinenzler. Bei Frauen lagen die Werte allerdings erheblich darunter.
[1]
Für die Praxis: In einem Liter Bier (ca. 5 Vol.-% Alc.) befinden sich ca. 40 Gramm Alkohol,
die gleiche Menge Wein (ca. 13 Vol.-% Alc.) weist ca. 100 Gramm Alkohol auf.
Allerdings ist davon auszugehen, dass nicht der Alkohol selbst sich positiv auf die Gesundheit auswirkt. Er ist aber ein probates Lösemittel. Erst mit seiner Hilfe gelangen
gesundheitsfördernde Wirkstoffe in (alkoholische) Lebensmittel oder werden dank seiner Hilfe vom Körper aufgenommen.
So ist es wohl sehr verständlich, dass das American College of Cardiology empfiehlt,
regelmäßig Alkohol zu trinken. [2]
Ein kleiner Beitrag zur Rehabilitation eines Unschuldigen.
Es soll allerdings nicht verschwiegen werden: Im Übermaß genossen wirkt Alkohol sehr
wohl gesundheitsschädlich! Aber eben nicht nur er (siehe Paracelsus)! Und: Es kommt
auf den regelmäßigen Genuß an. Quartalstrinker leben ungesund!
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