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Populäres Vorurteil:
Wer beim Süßen auf Zucker verzichtet, kann wie von selbst abnehmen.

Dieses Vorurteil basiert einerseits auf der Lehrmeinung, unser Körper sei ein Energiewandler vom Typ Muffelofen, andererseits auf der Lehrmeinung, Zucker sei «leere Energie» und schlussendlich, der Ernährungstrieb sei über die Vernuft steuerbar.

Das Thema Energiehaushalt wird an anderer Stelle behandelt.

Zucker dient in unserer Ernährung nicht nur der Energiezufuhr sondern hat zudem einen Einfluss auf unseren Hormonhaushalt. Ab dem Moment, da unsere Zunge mit Zucker in Berührung kommt, spielt sich ein komplexes Szenario ab, dass vereinfacht wie folgt zu beschreiben ist (Gilt nicht für Diabetiker!):

Ein süßer Geschmackseindruck auf der Zunge veranlasst die Bauchspeicheldrüse reflexartig, Insulin in den Blutkreislauf zu senden. Das ist auch gut so! Denn: haben wir erst einmal Zucker zu uns genommen, wird es in Minutenschnelle die Blutbahn erreichen. Das Hormon Insulin baut den ankommenden Zucker ab und verhindert so eine gefährliche Überzuckerung des Blutes. Das Insulin greift aber auch darüber hinaus in den Stoffwechsel ein. So versorgt es die Muskeln mit einem komplexen Gemisch von Aminosäuren aus dem Blutkreislauf, nicht aber mit der Aminosäure Tryptophan. Und die kann nun «unter vereinfachten Bedingungen» die Blut-Hirn-Schranke passieren, da konkurrierende Aminosäuren dort abgezogen wurden. Im Gehirn wird aus Tryptophan das Hormon Serotonin gebildet. Das ist im wesentlichen verantwortlich für unser Wohlbefinden und Lebensgefühl.

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Themen (Populäre Vorurteile zum Thema Ernährung)
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Erstellt am 21. Juli 1999, zuletzt geändert am 26. März 2008 © Jürgen Krüll, Berlin-Schöneberg.
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