Populäres Vorurteil: Durch Verzicht auf energiereiche Nahrung lässt sich eine dauerhafte Gewichtsreduktion erreichen.

Dieses Vorurteil basiert einerseits auf der Lehrmeinung, unser Körper sei ein Energiewandler vom Typ
Muffelofen und der Ernährungstrieb sei über die Vernuft steuerbar.
Tatsächlich ernähren wir uns nicht von Kalorien (Joules), sondern von Lebensmitteln. Ihre Inhaltsstoffe
werden in komplizierten Prozessen ab- und umgebaut. Wie dies im einzelnen geschieht, hängt von vielen Faktoren ab.
In der Erkenntnis, daß unser Körper kein Muffelofen ist, liegt die Begründung, nicht einen physikalischen,
sondern einen physiologischen Brennwert zugrunde zu legen. Er versucht zu berücksichtigen, daß die menschlichen
Ausscheidungen auch noch brennbar sind, also das Energiepotential des Lebensmittels im Körper nicht auf Null reduziert wurde.
Aber unser Körper unterscheidet sich noch in einem anderen wesentlichen Punkt vom Muffelofen: Er arbeitet nach
individuellen Standards und ist zudem ein lernfähiges System. Das ermöglicht ihm, im «Schlaraffenland»
anders zu arbeiten als zu Zeiten von Hungerkatastrophen.
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