Populäres Vorurteil: Durch Verzicht auf energiereiche Nahrung lässt sich eine dauerhafte Gewichtsreduktion erreichen.

[Fortsetzung von]
Den Unterschied zwischen einer Hungerkatastrophe und einer Diät kennt er allerdings nicht. Beides sind für ihn
Mangelsituationen, auf die er zu reagieren weiß. Unser Ernährungstrieb regelt eine wohldosierte Energiezufuhr
über den Mechanismus von Appetit und Sättigung. Wird dieser Mechanismus gestört, indem z. B. ein
Hungergefühl permanent mißachtet wird, reagiert unser Körper darauf mit einer intensiveren Ausbeute des
gelieferten Energiepotentials. Außerdem lernt er nun, daß mit Hungerkatastrophen zu rechnen ist. Sobald sich die
Gelegenheit ergibt, also wieder in größerem Umfange Nahrung geliefert wird, wird er die Situation nutzen, um
Reserven anzulegen.
Da sich Hungerleiden auch negativ auf unsere Psyche auswirkt, fällt es dem Gros der Menschen unserer
Überflußgesellschaften schwer, angesichts ausreichenden Angebots der Versuchung zu widerstehen. Und so führt
eine Diät mittel- und langfristig eher zur Gewichtszunahme, als zur Gewichtsabnahme.
Atmung, Ernährung und Sexualität sind für den Fortbestand unserer Spezies von immenser Bedeutung. Dank der
Tatsache, daß die Natur diese Bedürfnisse über ein Triebverhalten befriedigen läßt, hat die
Menschheit bis in unsere Tage überlebt. Die Vernunft hat hier nur sehr begrenzte Einflußmöglichkeiten.
Siehe auch: Populäres Vorurteil:
Wer beim Süßen auf Zucker verzichtet, kann wie von selbst abnehmen.
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