Populäres Vorurteil: Der biologische Landbau ist besonders umweltfreundlich.

[Fortsetzung von]
Fasst man diese Erkenntnisse zusammen, muss insgesamt ein erhöhter Platzbedarf für den biologischen Landbau konstatiert werden. Dieser liegt nach
vorsichtigen Schätzungen bei 50 bis 80%. Ausgehend von einer gesamten Landwirtschaftsfläche von 191.028 km² in Deutschland
müsste diese also um mindestens 95.514 km² (50%) erweitert werden, wollte man den Biolandbau zur Regel machen. Das hieße, die Waldflächen
in Deutschland von 105.314 km² auf 9.800 km² zu reduzieren (*). Legt man einen Mehrbedarf von 80% zugrunde, würden die Waldflächen nicht ausreichen.
Anders ausgedrückt: Wollte man in Deutschland die konventionelle Landwirtschaft durch den Biolandbau verdrängen, käme dies einer ökologischen Katastrophe gleich.
Zudem wäre eine Versorgung der Bevölkerung nicht gesichert.
Werden Äcker hinsichtlich ihres Artenreichtums verglichen, müsste man beispielsweise einen Hektar Kartoffelacker (Bio) mit 0,45 Hektar konventionellem Acker zuzüglich
0,55 Hektar Waldfläche vergleichen. In einer solchen seriösen Ökobilanz erscheinen die Bioäcker nicht mehr vorteilhaft.
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(*) Landwirtschaftsflächen machen 53,5% der gesamten Bodenflächen aus, 29,5% sind Waldflächen. Gemeinsam bringen sie es auf 83%. Die verbleibenden 17% nutzen wir
zum Wohnen, für Industrie, Erholung und Verkehr; auch Wasserflächen und Abbauland sind dort inbegriffen. Wollte man also der Landwirtschaft einen nennenswerten Zuwachs an
Flächenanteilen zukommen lassen, müsste man sich zwangsläufig am Wald vergreifen.
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