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Populäres Vorurteil:
Foodwatch legt die Finger in die Wunden der Lebensmittelproduktion. [Einleitung]

MOGEL-Milchriegel
Die angebliche »Extraportion Milch« besteht aus Milchpulver, Butterreinfett, Emulgatoren, Aromen, bedenklichen Farbstoffen und Konservierungsmitteln. [16]

Die Information, welche bedenklichen Farb- und Konservierungsstoffe enthalten sein sollen, bleibt uns Foodwatch leider schuldig. Deren Anwesenheit belegt weder die Zutatenliste des abgebildeten Erzeugnisses, noch lässt sich ein nicht deklarierter Zusatz aus irgendeinem technologischen Grunde ableiten. Es drängt sich der Verdacht auf, dass die übrigen genannten Zutaten allein keinen Alarm gerechtfertigt hätten.

In der Tat sind Milchpulver und Butterreinfett zwei Milcherzeugnisse. Eigentlich erstaunlich, dass der im hohen Maße vorhandene Zucker keine Erwähnung findet und dass auch die pflanzlichen Fette unerwähnt bleiben, die in größerer Menge enthalten sind als das Butterreinfett. Eine «Extraportion Milch», deren Fettanteil hauptsächlich pflanzlich ist, könnte man durchaus begründet als Irreführung ansehen. Dass aber die Milch nicht in Form von Trinkmilch in einem Süßwarenartikel enthalten ist, dürfte einem halbwegs aufgeklärten Verbraucher durchaus klar sein. Zudem kann wohl bei den wenigsten Süßwaren auf den Einsatz von Emulgatoren verzichtet werden. Auch der Einsatz von Aromen in Süßwaren kann kaum als alarmierend betrachtet werden. Allenfalls ließe sich kritisieren, dass hochwertige Vanille durch - naturidentisches - Vanillin ersetzt wird, was der Hersteller aber auch nicht verschweigt.

Man muss ja ein solches Erzeugnis nicht mögen, aber rechtfertigt seine Anwesenheit auf dem Markt einen Alarm?


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Erstellt am 29. Oktober 2004, zuletzt geändert am 02. April 2008 © Jürgen Krüll, Berlin-Schöneberg.
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